Der Spitfire wird „entholländert“

Unser Geschäftsleiter Marius Brune hat Erfahrungen mit Spitis aus dem Vorbesitz unser holländischen Nachbarn: Die Restaurierung wird dort eher entspannt gesehen – und entsprechend abenteuerlich ist manchmal das Ergebnis. Also machte sich Brune in diesen Tagen ans „Abrüsten“. Er tauschte etwa das verbaute Schrauben-Durcheinander (verschiedene Längen und Größen) gegen einheitliche Exemplare aus und löste das Geheimnis des ewig auf „voll“ stehenden Tankanzeigers: Die Anzeige besaß ein zweites Massekabel und zeigte so immer einen vollen Tank an. Der räumlich recht sparsam gehaltene Innenraum machte das Arbeiten nicht eben einfacher – doch bei der Motordurchsicht am Ende gab es dann beste Arbeitsbedingungen!

Hochglanz zählt nicht

Der dritte CFC Preservation Concours in der Motorworld München rückte andere Klassiker-Qualitäten als gewohnt in den Mittelpunkt: Originalität und gepflegte Patina waren am Wochenende in Bayerns Hauptstadt die Kriterien, nach denen die Fahrzeuge beurteilt wurden. Für Classic Data war unser Sachverständigenpartner Rolf Berghoff vom Kfz-Sachverständigenbüro Uhlemann und Berghoff aus Erding in der Jury.

 

Sinsheimer Sammelsurium

Unser Mitarbeiter Marc Schaefer besuchte das Technik-Museum Sinsheim und kam mit gemischten Eindrücken wieder zurück: „Vollgestopft mit Exponaten, ein unglaubliches Sammelsurium. Schön anzusehen und teilweise echt beeindruckend, aber ohne musealen Anspruch oder rotem Faden. Trotzdem ist das Museum sehr sehenswert. Mehr Maybach-Fahrzeuge an einem Ort beispielsweise habe ich bisher nicht gesehen.“ Wer sich ebenfalls vor Ort umsehen will: Hier ist der Link zum Museum

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Rostige Beute

„Eigentlich verleihen wir nichts“ – dieser Satz ist für Winfried Seidel heute mit einer gewissen Tragik behaftet: Dem Besitzer des Automuseums Dr. Carl Benz in Ladenburg ist auf seltsame Art und Weise ein Klassiker abhanden gekommen. Wohlgemerkt: Keine Hochglanz-Karosse, sondern ein rostiger, verlebter Vertreter der Marke mit dem Stern, der im Garten des Museums aus Außen-Objekt dekoriert war. Aber immerhin: Es war ein Mercedes Stuttgart aus den 1920er-Jahren! Um die Geschichte kurz zu skizzieren: Eine Filmgesellschaft aus Potsdam wollte den Mercedes gerne für ein Filmprojekt ausleihen, Seidel überlegte lange hin und her und gab dann grünes Licht. Sein Gedanke dabei: „Viel kann mit dem ‚Auto-Wrack‘ ja schließlich nicht passieren.“ Ein Vertrag wurde gemacht, der Leiher legte einen Personalausweis vor, für Seriösität stand das Land Brandenburg, das das Fimprojekt mit einer Bürgschaft förderte. Zwei Männer mit Transportfahrzeug rückten an, um den Wagen abzuholen. Damit ist die Geschichte fast zuende: Auch lange nach dem vereinbarten Rückgabetermin war der Mercedes nicht wieder da, er bleibt bis heute verschwunden und Recherchen von Winfried Seidel ergaben: Name und Ausweis des Vertragspartners gehören zu einem 2012 verstorbenen Mann – und damit war klar, dass hier Betrüger mit organisierter krimineller Energie am Werk waren. Vom Filmprojekt wusste man in Potsdam natürlich auch nichts, die Film-Firma gab es auch nicht mehr. Seidel hat kaum Hoffnungen, den Mercedes wieder zu sehen, bittet aber dennoch die Oldtimer-Gemeinde um Hilfe: Wer also besagten Mercedes gesehen hat, darf sich gerne in Ladenburg melden! Kontakt-Telefon: 06203 181786.

Kabarettisten-Klassiker

Der Kabarettist Urban Priol trennt sich von Teilen seiner Klassikersammlung – darunter Renault R 15 TL, Opel Commodore, Aston Martin Lagonda, Morris Minor oder Lancia Fulvia. Die Auktion der Fahrzeuge findet am 21. April in Unterbessenbach (Landkreis Aschaffenburg) statt. Mehr Infos: http://aureca-auktionen.de/auktionen/carpriol-21-04-18/

„Du kriegst keinen Youngtimer mehr für 900 Euro“

Im Drehmoment-Blog geht es um Classic Data, Martin Stromberg, Fiege-Pils und Youngtimer-Preise: Hier einfach nachlesen – und drüber wegsehen, dass die Blog-Macher vermutlich eher „Borgward“ meinten, als sie diesen Titel erdachten: „Bremen Classic Motorshow – Das Borward-Syndrom“

Drehmoment, Magazin für automobile Kultur

von CARL CHRISTIAN JANCKE

Bremen als Automobilstandort hat Tradition. Einst liefen hier Hansa, Goliath und Borgward vom Band. Die ersten sind längst in Vergessenheit geraten. Und der Glanz der Marke Borgward ist verblasst. Auch wenn gerade ein neues Auto aus China diese Marke ziert, kommt das doch eher einer Entwertung gleich, wenn man an die Eleganz der Borgward Isabella aus den Fünziger Jahren denkt. Eine Vorläufer einer langfristigen Entwicklung. Beim zufälligen Gipfeltreffen der Gutachter-Päpste Norbert Schröder (TÜV Rheinland) und Martin Stromberg auf dem Classic DATA Stand herrschte weitgehend Einigkeit. 

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